Wintergäste am Futterhaus

Meine Liebe zu Tieren im allgemeinen und Vögeln im speziellen, äussert sich unter anderem im tagtäglichen Auffüllen meiner Futterhäuser für Wildvögel. Das Gewecktwerden durch Vogelgezwitscher auch in der düsteren und kalten Jahreszeit lässt mich den Tag mit dem Gefühl von Wärme und Licht im Herzen beginnen.

Natürlich betreue ich meine Futterhäuschen nicht aus rein eigennütziger Motivation: Das Füttern der Wildvögel hat in der Zeit von zunehmend auf Monokulturen ausgelegten landwirtschaftlichen Betrieben zunehmend an Bedeutung gewonnen. Auch um die Biodiversität steht’s nicht zum Besten: immer weniger Hecken trennen die Felder und Äcker. Ebenso selten trifft man Felder, auf denen samentragende Pflanzen im Herbst und über den Winter stehen gelassen werden. Auch subventioniert sind sie weniger einträglich als üblicher Ackerbau.

Futterhäuser für Wildvögel hänge ich schon viele Jahre auf und betreue sie. Was mir zunehmend auffällt sind Zugvögel, die im Winter nicht mehr in wärmere Gefilde ziehen, sondern bei uns im Norden bleiben. Bis anhin war es das Rotkelchen, das ich immer wieder auch im Winter bei uns beobachten konnte. Typischerweise sammelt es die Körner auf, die von den Vögeln am Futterhaus auf den Boden gescharrt und geworfen werden. Dieses Jahr zum ersten Mal besuchen zwei Stare das Futterhaus. Jeden Tag kann ich sie beobachten. Sie blieben ebenfalls den Winter über bei uns und zogen nicht mit den grossen Schwärmen gen Süden.

Auf das Highlight am Futterhaus wurde ich durch ein unbekanntes Krähen und rauhen Pfeifens aufmerksam. Konnte kaum glauben, wem diese Vogelstimme gehört: einem Buntspecht, der sich täglich an den Meisenknödel gütlich tut. Seiner Natur gemäss verschont er auch den Zierbaum nicht, an dem ich die Futterstellen aufgehängt habe. Er weist bereits einige rindenlose Stellen auf, an dem der Specht nach unter der Rinde lebende Insekten sucht. Allerdings „bepickt“ er nur kranke, abgestorbene Äste, die ich im Herbst nicht entfernt habe.

Eine Futterstelle für Vögel spendet einerseits den Vögel in einer für ihr Überleben schwierig gewordenen Umwelt Futter, andererseits ermöglicht sie interessante Beobachtungen und gelegentlich Schnappschüsse und erfüllt unser Herz mit Freude.

Stephan Schobinger

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