Meinungen

Meinungen öffentlich zu äussern und zu vertreten sollte sich jeder Mensch erlauben dürfen. Weltweit. Leider sind wir meilenweit entfernt. Liesen sich diese Meilen überwinden? Daran glaube ich nicht. Nicht mehr. Mit den verlebten Jahren wird man desillusioniert. Darunter möchte ich nicht abgestumpft, resigniert, gefühllos, desinteressiert oder gleichgültig verstanden wissen. Die jugendliche Fantasie, Unabhängigkeit, Unbeschwertheit und Überzeugung, alles Verändern zu können, begann ich realistischer zu sehen. Veränderungen sind möglich. Nach wie vor. Selbstverständlich. Aber eher im Sinne von „steter Tropfen höhlt den Stein“. Veränderungen brauchen Zeit und Beharrlichkeit.

Aus diesen Gründen ist es umso wichtiger, seine eigene Meinung kund zu tun. Öffentlich und immer wieder. Das ist einer der Gründe, eine Internetseite zu betreiben, politisch aktiv zu sein, Leserbriefe zu verfassen. Die Faust in der Hosentasche zu machen, bringt nicht weiter und ist erst noch ungesund. Und feige? Oder nur bequem? Von beidem ein bisschen. „Ausrichten kann ich sowieso nichts“, bekomme ich oft zu hören, wenn über öffentliche Meinungsäusserung diskutiert wird. Eine Ausrede, in der die Bequemlichkeit unserer Zeit zum Ausdruck kommt. So brauche ich mich mit meiner eigenen Meinung nicht unbeliebt machen, muss nicht zu meiner Meinung stehen und sie vertreten, ecke nirgends und bei niemandem an.

Eine meiner wichtigsten Erfahrungen, die ich in meinem Leben gemacht habe, ist die Erkenntnis, dass am Abend beim Zubettgehen nicht alle Menschen meine Freunde sein müssen. Es gehört zu unserem Leben, Menschen um sich zu wissen, die nicht gleicher Meinung sind. In diesem Sinne hoffe ich, gelegentlich einen Beitrag öffentlich machen zu können, der zum Denken anregt. Jeder Leser soll die Möglichkeit erhalten, seine eigene Meinung zu vertreten. Ich versuche, mit dem Anfügen von Kommentar-Funktionen zu jedem meiner Beiträge, das zu ermöglichen.

Bereits jetzt freue ich mich auf viele interessante Meinungsäusserungen!

Stephan